Konny kommt!

Konny kommt!

Wie es zu „Konny“ kam

 

Frage (K. Josuttis): Herr Josuttis, wie sind Sie denn auf die Idee mit Konny gekommen?

Antwort (K. Josuttis): Naja, das war eigentlich so eine gemeinschaftliche Erfindung. Wir waren im Urlaub mit anderen Familien und irgendwann sind wir auf das Thema dieser kleinen Heftchen gekommen, die alle kleinen Mädchen gerne lesen und wie genervt wir davon sind. Das war ein sehr inspirierender Abend, als wir uns die ganzen Konny-Titel ausgedacht haben, in denen etwas so richtig schief läuft.

Genervt? Ist doch ein süßes Mädchen.

Ja. Auf den ersten Blick schon. Aber interessanterweise waren wirklich alle Eltern, mit denen wir uns unterhalten haben, etwas frustriert von diesem offensichtlichen Superkind. So beliebt die Kleine auch ist - sie bildet einfach nicht das echte Leben ab, das uns alle in der modernen Gesellschaft umgibt.

Aber ist es nicht auch toll, wenn sich kleine Leser damit identifizieren können, wie es sein könnte?

Idealerweise schon. Man kann ja auch argumentieren, dass einige Notlügen an und für sich ganz gut sind und für ein Gelingen des Zusammenlebens sorgen. Das stimmt schon alles. Auf der anderen Seite müssen wir uns aber auch klar machen, dass wir in usnerer westlichen modernen Welt mit einer einzigen Riesenlüge leben, die meiner Meinung nach das Leben aller erschwert.

Das müssen Sie erklären.

Das fängt eben mit so kleinen Geschichten an. Wir bekommen ein perfektes Mädchen als Spiegel vor die Nase gehalten. Dieses Mädchen kann alles und wenn es nicht alles kann, dann kann es alles lernen. Es lebt mit einer perfekten Familie und hat die tollsten Freundinnen. In der Welt von Conni gibt es keine Frustration. Klingt erst einmal toll. Aber wenn wir dauernd mit dieser perfektionistischen Welt konfrontiert werden, dann suchen wir igendwann, wenn es in usnerem Leben nicht so großartig läuft, die Schuld bei uns selber. Überall wird uns suggeriert, dass wir glücklich werden könnten. Wir schauen Werbung an, wissen, dass sie gelogen ist, kaufen uns dann aber doch die tollen Sachen, weil diese Bilder in uns arbeiten. Noch schlimmer sind aber Geschichten, die vom schönen Leben erzählen. Hier gibt es keine Fettleibigen, keine Hochhaussiedlungen, nur schöne und erfolgreiche Menschen. Auf gewisse Art und Weise ist das widerlich. Wir werden konstant angelogen und lernen, dass Frust, Neid und Misserfolg dann wohl ganz alleine unsere eigene Schuld sein muss.

Daher braucht es Konny?

Meiner Meinung nach schon. Es braucht einen Gegenentwurf zum perfekten Leben. Das Leben ist eben per Definition nicht perfekt. Das müssen wir lernen zu akzeptieren.